Datum=10.02.1998; Quelle=Kurier
| Testament wurde gefunden | |
| Keine Angaben über den Inhalt, Spekulationen über Vermögen / Wien übernimmt Erhaltung des Grabes / Anfang März kommt CD auf den Markt Montag fiel in Santo Domingo, Dominikanische Republik, die Entscheidung: Hans Hölzels Leichnam wird für die Überführung nach Wien freigegeben. Herbert Schoderböck, Geschäftsführer der Hacienda Resorts, erledigte die Behördenwege. Donnerstag wird Falcos Sarg mit einer Lauda-Air-Maschine heimgeflogen. Die immer wiederkehrenden Gerüchte über Alkohol- und Drogenkonsum des Popstars wischt Schoderböck energisch beiseite: "Er war im Gasthaus, um Zigaretten zu kaufen. Und alle Augenzeugen berichten, daß der Bus, der den Mitsubishi von Hans gerammt hat, mit überhöhter Geschwindigkeit - 100 km/h - unterwegs war." Wieso ihn Hölzel, der von einem Parkplatz auf die Hauptstraße einbog, übersehen konnte, darüber rätselt allerdings nicht nur die lokale Polizei. Es war schon sein dritter Unfall auf der Insel. Das Begräbnis ist, wie berichtet, kommenden Samstag um 12 Uhr am Zentralfriedhof in Halle 2 geplant - fünf Tage, bevor Falco 41 geworden wäre. Als offizielle Feier mit Reden von Altbürgermeister Helmut Zilk und "Blutsbruder" Rudi Dolezal. Die Beisetzung aber soll nur im engsten Kreis stattfinden. Falco bekommt einen Platz im Familiengrab, die Stadt Wien übernimmt die Grabstätte in "ehrenhalber Obhut": Sie wird für Erhaltung und Pflege sorgen. Inzwischen wurde auch ein Testament gefunden. Die Eröffnung erfolgte Montag nachmittag. Georg Riedl, der Anwalt von Maria Hölzel, teilt jedoch mit: "Im Hinblick auf das Verlassenschaftsverfahren, das vom Notar abgewickelt wird, dürfen wir keine Informationen geben." Auch hiezu gibt's Gerüchte und Gerede: Viel kann ihm von seinen Plattenmillionen nicht geblieben sein, wollen manche (nicht erst) nach dem Besuch von Falcos Domizil in Puerto Plata wissen. "Es war eher bescheiden", befand Richard Lugner. "Falco pleite", schrieb news schon vor zwei Jahren. "Geldmangel? Unsinn", kontern sowohl Dolezal als auch Konzertveranstalter Wolfgang Klinger ätzend: "Hans hat die letzten zwei Jahre wirklich net so gelebt, als ob er am Verhungern wär. Wenn er Geld von Banken aufnahm, war es durch seine Liegenschaften abgesichert. Die Villa in Gars am Kamp ist allein gut 20 Millionen wert." Zuletzt kümmerten sich die Finanzberater seines Freundes Ronnie Seunig, Boß der "Excalibur-City" in Kleinhaugsdorf, um eine Neuordnung seines Vermögens: Es wird nach allerletzten Meldungen auf mehr als 100 Millionen Schilling geschätzt. Falcos musikalisches Vermächtnis verwaltet die Firma EMI: Freitag wird sein berührender Song "Out Of The Dark Into The Light" für die Radiosender freigegeben. Aber noch nicht zum Verkauf: Das letzte Album, das der Falke unter Puerto Platas Palmen schuf, wird erst Anfang März präsentiert. Montag wachten seine Freunde wieder bei Mama Maria. Seine letzte Liebe, Andrea B., 33, kam auch. Keine Rede davon, daß sie ihn "verlassen" hat, wie es mehrfach publiziert wurde. Die diplomierte Politikwissenschaftlerin arbeitete lediglich im Ledergroßwarenhandel ihrer Eltern - die riefen sie heim nach Österreich, als Krankenstände das Personal dezimierten. Andrea wollte demnächst nach Puerto Plata zurückfliegen. "Hans hat sie im Oktober in einem Lokal angesprochen", sagt ihre auskunftswillige Mutter Rositta. "Sie hat ihn zuerst gar nicht erkannt. Ein lustiger Beginn. Er wollte sie vom Fleck weg heiraten. Sie wollte aber nicht als eine von vielen aufscheinen. Darum gibt es auch kein einziges gemeinsames Foto. Obwohl es dann doch ernst wurde mit den beiden. Jetzt ist es zu spät." Andrea B. ließ sich zum "Thema" auf den Küniglberg bitten. Schluchzte in die Kamera: Wie sensibel Hans war, wie verletzlich, warm und beschützend. Sie muß sehr hübsch sein. Langes dunkles lockiges Haar, volle rote Lippen. Genau konnte man ihr Gesicht nicht sehen: Sie ließ es elektronisch zerstückeln: um in ihrer Trauer "unerkannt" zu bleiben. R.R. |